Freizeitgestaltung

In vie­len Fäl­len bil­det die Epi­lep­sie allein kein Hin­der­nis, sei­ne Frei­zeit frei und nach den eige­nen Wün­schen und dem eige­nen Geschmack zu gestalten.

Je nach Art und Häu­fig­keit der Anfäl­le aber sind Vor­sichts­mass­nah­men zu tref­fen. Die­se kön­nen sehr unter­schied­lich aus­se­hen: Für man­che Betrof­fe­ne reicht ein regel­mäs­si­ger Tages­ab­lauf und kla­re Tages­struk­tu­ren, um das Anfall­ri­si­ko zu min­dern. Sie müs­sen viel­leicht nur beach­ten, dass sie nicht zu spät ins Bett kom­men. Für ande­re hin­ge­gen sind gewis­se Beschäf­ti­gun­gen gar nicht oder nur in Beglei­tung empfehlenswert.

Beson­de­re Abwä­gun­gen gel­ten für gewis­se Sport­ar­ten sowie für Ferienreisen.

Mit weni­gen Aus­nah­men ist eine regel­mäs­si­ge kör­per­li­che Betä­ti­gung für alle Men­schen und in jedem Alter gesund, unab­hän­gig davon, ob sie eine Epi­lep­sie haben oder nicht. Kin­der sol­len bei allen Sport­ar­ten mit­ma­chen dür­fen und nicht aus­ge­schlos­sen wer­den. Wer Sport treibt, fühlt sich bes­ser und lei­stungs­fä­hi­ger. Das Erle­ben der eige­nen Geschick­lich­keit, Kraft und Aus­dau­er, wirkt sich posi­tiv auf den Kör­per sowie auf die Psy­che aus und stei­gert das Selbst­ver­trau­en und Selbst­wert­ge­fühl. Sport in Grup­pen ermög­licht zudem wert­vol­le zwi­schen­mensch­li­che Kontakte.

Die Wahl der Sport­art hängt neben den per­sön­li­chen Vor­lie­ben auch von der Art der Epi­lep­sie und der Häu­fig­keit der Anfäl­le ab. Für Men­schen mit Epi­lep­sie sind sol­che Sport­ar­ten am gefähr­lich­sten, die mit einem Risi­ko von Kopf­ver­let­zun­gen und Stür­zen ver­bun­den sind. Unge­eig­ne­te Sport­ar­ten wie zum Bei­spiel Fall­schirm­sprin­gen, Gebirgs­klet­tern oder Tief­see­tau­chen, bei wel­chen ein epi­lep­ti­scher Anfall eine gros­se Gefahr mit sich bringt, sind eben­so nicht geeignet.

Wegen der Gefahr des Ertrin­kens sind Sport­ar­ten in und am Was­ser zu mei­den, ins­be­son­de­re im offe­nen Gewäs­ser (Meer, See, Fluss). Schwim­men und Was­ser­sport ist mit beson­ders hohen Risi­ken ver­bun­den, wes­halb auch beson­de­re Vor­sichts­mass­nah­men not­wen­dig sind. Es besteht die Gefahr, bei einem Anfall zu ertrin­ken! Das heisst nicht, dass Men­schen mit einer Epi­lep­sie prin­zi­pi­ell nicht schwim­men und baden sol­len. Schwim­men in Schwimm­becken ohne Beglei­tung und Über­wa­chung ist jedoch gefähr­lich, selbst wenn jemand regel­mäs­sig Vor­bo­ten eines Anfalls hat (soge­nann­te Aura). Es emp­fiehlt sich des­halb den Bade­mei­ster bzw. die Auf­sichts­per­son zu kon­tak­tie­ren und die Begleit­per­son über Erste-Hil­fe-Mass­nah­men aufzuklären.

Nicht abschlies­send hier eini­ge geeig­ne­te Sport­ar­ten wie Ball­sport, Boden­tur­nen, Golf, Lang­lauf, Leicht­ath­le­tik, Rad­fah­ren auf Fahr­rad­we­gen, Tan­zen, Ten­nis und Wan­dern. Geeig­ne­te Sport­ar­ten für Men­schen mit einer Epi­lep­sie, in Beglei­tung, sind Rei­ten, Rudern, Schwim­men und nur bedingt geeig­ne­te Sport­ar­ten sind Fuss­ball, Gerä­te­tur­nen oder Skifahren.

Mit gesun­dem Men­schen­ver­stand und der Berück­sich­ti­gung der jewei­li­gen Epi­lep­sie sind vie­le Sport­ar­ten mög­lich und berei­chern das Frei­zeit­le­ben der Betrof­fe­nen. Zudem kommt es bei einer sport­li­chen Betä­ti­gung zur ver­tief­ten Atmung und dies wie­der­um kann das Anfalls­ri­si­ko hem­men. Ein posi­ti­ver Neben­ef­fekt also.

Feri­en sol­len und kön­nen auch bei Men­schen mit Epi­lep­sie zum Leben gehö­ren. Ins­be­son­de­re bei Feri­en­rei­sen gibt es aber bei Men­schen mit Epi­lep­sie eini­ges mehr zu beden­ken und im Vor­feld zu orga­ni­sie­ren. Nach vor­he­ri­ger sorg­fäl­ti­ger Abklä­rung und Bera­tung sind Rei­sen in fast alle Desti­na­tio­nen denk­bar. Es ist sinn­voll die Fern­rei­se mit dem behan­deln­den Arzt vor­her zu bespre­chen und die indi­vi­du­el­len not­wen­di­gen Vor­keh­run­gen zu treffen.

Die unver­än­der­te regel­mäs­si­ge Ein­nah­me der Medi­ka­men­te hat dabei ober­ste Prio­ri­tät. Bei Rei­sen ins Aus­land ist ein aus­rei­chen­der Vor­rat an Medi­ka­men­ten mit­zu­neh­men, da am Feri­en­ort nicht immer alle Medi­ka­men­te erhält­lich sind. Zur Ver­mei­dung von Schwie­rig­kei­ten am Zoll, soll­te man sich im Vor­feld vom Arzt eine Beschei­ni­gung in der jewei­li­gen Amts­spra­che aus­hän­di­gen lassen.

Flug­rei­sen sind für die mei­sten Men­schen mit Epi­lep­sie mög­lich, wobei die Flug­ge­sell­schaf­ten unter­schied­li­che Anfor­de­run­gen an die Flug­taug­lich­keit der Pas­sa­gie­re stel­len. Eine ent­spre­chen­de Bestä­ti­gung über die Epi­lep­sie, die Medi­ka­ti­on und die erste Hil­fe Mass­nah­men soll­te man sich bei Bedarf vom behan­deln­den Arzt aus­stel­len lassen.

Zudem muss bei Fern­rei­sen die Zeit­ver­schie­bung bei der Orga­ni­sa­ti­on der regel­mäs­si­gen Medi­ka­men­ten­ein­nah­me beach­tet wer­den. Es ist sinn­voll, mit dem Arzt für die Rei­se­ta­ge ein Ein­nah­me­sche­ma zu erar­bei­ten, das es ermög­licht, am Ziel­ort die Medi­ka­men­te zu den­sel­ben Tages­zei­ten wie am Wohn­ort einzunehmen.

Auf die hygie­ni­schen Ver­hält­nis­se ist beson­de­res zu ach­ten, um Magen-Darm-Infek­tio­nen mit Durch­fall und Erbre­chen zu ver­mei­den, wel­che die Auf­nah­me von Medi­ka­men­te gefähr­den können.

Zum Impfschutz und zur Malariaprophylaxe

Wer in Län­der reist, die einen beson­de­ren Impf­schutz oder eine Mala­ria­pro­phy­la­xe erfor­dern, soll­te sich früh­zei­tig mit dem Neurologen/der Neu­ro­lo­gin in Ver­bin­dung set­zen. Was es zum Impf­schutz für Men­schen mit Epi­lep­sie zu beach­ten gilt, fin­det sich unter fol­gen­dem Link:

Infos zum Impfschutz