Beziehung

Bei den mei­sten Men­schen mit Epi­lep­sie sind eine Part­ner­schaft, Hei­rat und Kin­der so selbst­ver­ständ­lich wie bei Men­schen ohne Epi­lep­sie. Aller­dings ist die nicht epi­lep­sie­be­trof­fe­ne Part­ne­rin bzw. der nicht epi­lep­sie­be­trof­fe­ne Part­ner stets von der Krank­heit mit-betroffen.

Der Part­ner oder die Part­ne­rin soll­te kei­ne Mühe bekun­den mit den ab und zu auf­tre­ten­den Anfäl­len, auch in Gesell­schaft ande­rer Men­schen. Wei­ter soll­te der Partner/die Part­ne­rin auch bereit sein, krank­heits­be­ding­te Ein­schrän­kun­gen etwa im Sport (Stich­wort Schwim­men), beim Auto­fah­ren oder bei Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten wie Aus­geh­zei­ten zu akzep­tie­ren und dar­auf Rück­sicht zu neh­men. Wie in jeder intak­ten trag­fä­hi­gen Bezie­hung sind das gegen­sei­ti­ges Ein­füh­lungs­ver­mö­gen, das Ver­trau­en und die Offen­heit not­wen­dig, sich über die eige­nen Äng­ste und Sor­gen auszutauschen.

Gele­gent­lich suchen sich Men­schen bewusst oder unbe­wusst einen Partner/eine Part­ne­rin mit einer Krank­heit, um die­sen umsor­gen und betreu­en zu kön­nen. Ein sol­ches Bezie­hungs­mo­dell beruht nicht unbe­dingt auf der Gleich­wer­tig­keit der bei­den Part­ner und kann län­ger­fri­stig zu bedeu­ten­den Kon­flik­ten füh­ren. Im gemein­sa­men Gespräch lohnt es sich des­halb die Aus­wir­kun­gen der Epi­lep­sie auf die Bezie­hung und die unter­schied­li­chen Rol­len mit der dazu­ge­hö­ren­den Ver­ant­wor­tung zu thematisieren.

Auswirkungen der Epilepsie auf die Sexualität

Die Medi­ka­men­te zur Behand­lung der Epi­lep­sie und die Epi­lep­sie selbst, kön­nen sich auf die Sexua­li­tät aus­wir­ken. Als Neben­wir­kung kön­nen das sexu­el­le Ver­lan­gen (Libi­do), die Erre­gungs­fä­hig­keit und der Orgas­mus davon betrof­fen sein. Dies betrifft sowohl die Frau­en wie auch die Män­ner, hängt jedoch von der Epi­lep­sie­art und den ein­ge­setz­ten Antiepi­lep­ti­ka ab. So sind Erek­ti­ons­stö­run­gen für Män­ner mit Epi­lep­sie ein häu­fi­ges Pro­blem. Bei den Frau­en kön­nen hor­mo­nel­le Stö­run­gen mit Zyklus­un­re­gel­mäs­sig­kei­ten und mas­si­ve Gewichts­zu­nah­me ein Pro­blem dar­stel­len. In die­sem Fall ist ein ver­trau­ens­vol­les Gespräch mit dem behan­deln­den Neu­ro­lo­gen wichtig.

Buchtipp: Ehen zerbrechen leise

Ehen zer­bre­chen am All­tag, das Zer­bre­chen fängt mit win­zig klei­nen Ris­sen an. In sei­nem Buch “Ehen zer­bre­chen lei­se” umreisst der Paar­the­ra­peut Peter Angst, wie man Ris­se in der Part­ner­schaft recht­zei­tig erkennt und dar­auf reagiert. Das Buch ist in der Media­thek aus­leih­bar oder ist in der Buch­hand­lung erhält­lich (ISBN 3–7296-0617–4).

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