Arbeit und Epilepsie

Auch mit einer akti­ven Epi­lep­sie sind die mei­sten der heu­te übli­chen Beru­fe mög­lich. Aller­dings gibt es Ein­schrän­kun­gen bei gewis­sen Tätig­kei­ten, wel­che die Sicher­heit der Epi­lep­sie­be­trof­fe­nen oder von Arbeits­kol­le­gen und/oder Schutz­be­foh­le­nen gefährden.

Die Beur­tei­lung, wel­che Tätig­kei­ten noch mög­lich bzw. nicht mehr mög­lich sind, ist oft nicht so ein­fach. Es emp­fiehlt sich, neben dem Arzt auch einen ent­spre­chend ver­sier­ten Sozi­al­be­ra­ter oder eine ver­sier­te Sozi­al­be­ra­te­rin hin­zu­zie­hen, um indi­vi­du­el­le Lösun­gen zu suchen. Manch­mal rei­chen Arbeits­platz­ver­än­de­rung oder eine Anpas­sung der Tätig­kei­ten inner­halb des Betrie­bes aus, manch­mal sind Umschu­lun­gen nötig. Zen­tral ist auch die Fra­ge, ob man am Arbeits­platz über sei­ne Krank­heit infor­mie­ren soll.

Auch mit einer akti­ven Epi­lep­sie sind die mei­sten der heu­te übli­chen Beru­fe mög­lich. Aller­dings sind Tätig­kei­ten auf Lei­tern und Gerü­sten sowie an gefähr­li­chen Maschi­nen sowie der Umgang mit gefähr­li­chen Stof­fen aus­zu­schlies­sen. Fer­ner dür­fen kei­ne Kraft­fahr­zeu­ge gefah­ren wer­den. Schliess­lich ist die allei­ni­ge Beauf­sich­ti­gung und Betreu­ung von Schutz­be­dürf­ti­gen nicht möglich.

Die Beur­tei­lung, wel­che Tätig­kei­ten noch mög­lich bzw. nicht mehr mög­lich sind, ist oft nicht so ein­fach. Es emp­fiehlt sich, neben dem Arzt auch einen ent­spre­chend ver­sier­ten Sozi­al­be­ra­ter oder eine ver­sier­te Sozi­al­be­ra­te­rin hin­zu­zie­hen, um indi­vi­du­el­le Lösun­gen zu suchen. Manch­mal rei­chen Arbeits­platz­ver­än­de­rung oder eine Anpas­sung der Tätig­kei­ten inner­halb des Betrie­bes aus.

Nach dem Neu­ro­lo­gen Dr. Gün­ther Krä­mer fal­len grund­sätz­lich die Ein­schrän­kun­gen an den mei­sten Arbeits­plät­zen weg

  • wenn unter medi­ka­men­tö­ser Behand­lung zwei Jah­re Anfalls­frei­heit besteht
  • wenn nach ope­ra­ti­ver Behand­lung ein Jahr Anfalls­frei­heit besteht
  • wenn seit mehr als drei Jah­ren Anfäl­le nur im Schlaf auftreten
  • wenn aus­schliess­lich Anfäl­le mit arbeits­me­di­zi­nisch unbe­deu­ten­den Sym­pto­men bestehen (kein Sturz, kei­ne Bewusst­seins­stö­rung, kei­ne Stö­rung der Körpermotorik).

Ein­zig in der Per­so­nen­be­för­de­rung (Taxi, Tram, Bus, Eisen­bahn, Flug­zeug) bzw. für Last­wa­gen­chauf­feu­re gel­ten stren­ge­re Regeln. Wei­ter wirkt sich Schicht­ar­beit wegen des unre­gel­mäs­si­gen Schlaf-Wach-Rhyth­mus ungün­stig aus.

Lässt sich aus Sicher­heits­grün­den die bis­he­ri­ge Tätig­keit nicht mehr aus­üben oder ist der bestehen­de Arbeit­ge­ber nicht bereit, Anpas­sun­gen vor­zu­neh­men, so ist es rat­sam mit der Inva­li­den­ver­si­che­rung früh­zei­tig in Kon­takt zu tre­ten, um mög­lichst bald prä­ven­ti­ve Mass­nah­men zu ergrei­fen. Per­so­nen mit ersten Anzei­chen einer mög­li­chen Inva­li­di­tät wer­den damit rasch erfasst. Ziel ist es, den betrof­fe­nen Per­so­nen mit Hil­fe von geeig­ne­ten Mass­nah­men einen Ver­bleib im Arbeits­pro­zess oder eine rasche Wie­der­ein­glie­de­rung zu ermög­li­chen und damit die dro­hen­de Inva­li­di­tät abzuwenden.

Wie bei allen Men­schen ste­hen bei einer Umschu­lung die per­sön­li­chen Inter­es­sen und Fähig­kei­ten im Vor­der­grund. Die Epi­lep­sie darf dabei jedoch nicht aus den Augen ver­lo­ren wer­den. Die betrifft vor allem fol­gen­de Fra­gen: Wie gut ist die Epi­lep­sie ein­ge­stellt? Was pas­siert, wenn Anfäl­le am Arbeits­platz auf­tre­ten? Beru­fe, die ein erhöh­tes Risi­ko der Eigen- und Fremd­ge­fähr­dung mit sich brin­gen, sind für Epi­lep­sie­be­trof­fe­ne nicht geeig­net. Der Ein­fluss auf die Berufs­wahl ist somit abhän­gig von der jewei­li­gen Epi­lep­sie­form sowie der Häu­fig­keit, dem Zeit­punkt und der Schwe­re der Anfälle.

Eine gute Zusam­men­ar­beit zwi­schen der betrof­fe­nen Per­son, der IV-Berufs­be­ra­tung, einem all­fäl­li­gen Arbeit­ge­ber, dem behan­deln­den Arzt und auch den Ange­hö­ri­gen unter­stüt­zen einen erfolg­rei­chen Berufswechsel.

Ob man Arbeit­ge­ber und Team­kol­le­gen über eine neue oder eine bestehen­de Epi­lep­sie infor­mie­ren soll, ist eine Fra­ge, die vie­le Betrof­fe­ne beschäf­tigt. Angst, die Stel­le zu ver­lie­ren oder erst gar nicht zu erhal­ten oder auch von Kol­le­gen plötz­lich anders behan­delt zu wer­den, ste­hen im Vordergrund.

Ist die Epi­lep­sie gut ein­ge­stellt und der Betrof­fe­ne ist anfalls­frei, ist eine Infor­ma­ti­on nicht zwin­gend und der per­sön­li­chen Ein­schät­zung des Arbeitnehmers/der Arbeit­neh­me­rin über­las­sen. Ein­zig bei Anga­ben gegen­über der Pen­si­ons­kas­se sowie bei ver­trau­ens­ärzt­li­chen Abklä­run­gen soll­te man ehr­lich über die Epi­lep­sie informieren.

Ist eine betrof­fe­ne Per­son hin­ge­gen nicht anfalls­frei, soll­te man je nach Art der Anfäl­le und des Arbeits­plat­zes ihre Vor­ge­setz­ten sowie das eng­ste Umfeld ins Ver­trau­en zie­hen. Sie soll­ten über die wich­tig­sten Not­fall­mass­nah­men und über die Häu­fig­keit, die Tages­zeit der Anfäl­le infor­miert sein. Fin­den Sie hier mehr Infor­ma­tio­nen zum The­ma «Reden über Epi­lep­sie».