Die Uhr war meine Rettung, dank ihr habe ich mich jederzeit sicherer gefühlt.
Die 39-Jährige Meggie Kelmendi hatte bis 2018 regelmässig epileptische Anfälle. Seit einer Operation ist sie anfallsfrei und auch nicht mehr auf die Alarmuhr, die Anfälle erkennt, angewiesen. Aber sie würde das praktische Hilfsmittel jedem Betroffenen empfehlen. „Ich habe das Armband rund um die Uhr getragen, da ich vor einem Anfall keine Vorzeichen hatte. Die Uhr hat festgestellt, wenn ich einen Anfall hatte, und sofort meine Kontaktpersonen benachrichtigt. Mein Mann war dank ihr öfters vor der Ambulanz bei mir“, erzählt sie. Zudem zeichne die Uhr alle Daten auf, was auch für den behandelnden Arzt sehr hilfreich sein könne. „Ich bin natürlich froh, dass ich die Uhr heute nicht mehr brauche, aber mir und meiner Familie hat sie das Leben definitiv erleichtert.
Die Alarmuhr ist nur eines von vielen verschiedenen Hilfsmitteln, welche den Alltag und das Leben von Betroffenen erleichtern und Angehörige entlasten können: ob zur Überwachung, für mehr Sicherheit und zum Schutz oder einfach als kleine praktische Helfer für den Alltag. Die Liste ist lang, hier ein nicht abschliessender Überblick:
Dies sind nur einige von vielen Fragen, die sich Betroffene und Angehörige stellen. Epi-Suisse behält für Sie den Überblick über Hilfsmittel für den Alltag. In praktischen Listen sind diese über die Geschäftsstelle erhältlich sowie auf der Website publiziert.
Gerne ist unsere Beratung für Sie da, wenn Sie bei der Auswahl des für Sie passenden Hilfsmittels Unterstützung benötigen. Die Beratung von Epi-Suisse ist kostenlos und steht allen offen.
Telefon 043 488 68 80 oder info@epi-suisse.ch

Badverriegelung:
Statt einer Verriegelung per Schlüssel bietet sich eine Verriegelung an, die von innen abgeschlossen wird, aber im Notfall auch von aussen geöffnet werden kann.
Kopfkissen:
Erstickungshemmende Kopfkissen können bei Anfällen im Schlaf hilfreich sein. (www.afevi.eu)
Schwimmwesten und Schwimmkragen:
Beim Schwimmen, aber unter Umständen auch beim Baden bietet sich eine Schwimmweste an. Allenfalls kann diese um einen Kragen ergänzt werden.
Sonnenbrillen:
Polarisierende Brillen bei Fotosensibilität.
Temperaturregler beim Duschen:
Als Schutz vor allfälligen Verbrühungen bei einem Anfall in der Dusche empfiehlt sich eine Sicherheitssperre für Heisswasser.

GPS-Tracker:
Viele Notfallsysteme haben auch einen GPS-Tracker integriert. Soll nur das GPS verfolgt werden, gibt es verschiedene Produkte, teilweise auch in Knopfgrösse für in die Tasche.
Helme:
Zum Schutz des Kopfes bei Stürzen während eines Anfalls. Es gibt Stirnbänder, Lederhelme, Helme mit Kinnschutz, Mützen mit Schutzfunktion. Im Alltag unauffällige Helme findet man unter www.ribcap.com, massgefertigte Helme bei www.sanitaetshaus-rosenhaeger.de.
Medikamenten-Anhänger:
Kleine Behälter für Medikamente als Anhänger z.B. an einer Kette oder als Schlüsselanhänger, auch SOS-Kapseln genannt. Besonders geeignet für das Notfallmedikament.
Notfallausweis, Notfallkarte:
Diese enthalten wichtige Infos für Ersthelfer bei einem Anfall in der Öffentlichkeit, die allenfalls auch verhindern können, dass unnötigerweise die Ambulanz gerufen wird. Es gibt verschiedene Formen für solche Notfalldokumente, u.a. den Notfallausweis von Epi-Suisse.

GPS-Tracker:
Für die Dokumentation und die medizinische Versorgung wichtig. Der Anfallskalender von Epi-Suisse und der Epi Liga kann online bestellt werden. Zudem gibt es verschiedene Apps mit derselben Funktion.
Anfallsüberwachung:
Epi-Suisse empfiehlt hauptsächlich drei Hilfsmittel zur Anfallsüberwachung: Empatica Embrace 2; ein medizinisches Armband, das Anfälle erkennt und die Pflegenden sofort informiert. Nightwatch; besteht aus einem schnurlosen Armmodul, das die Herzfrequenz und Bewegungen des Trägers präzise erkennt, während dieser im Bett liegt. Sobald das Armband einen schweren epileptischen Anfall vermutet, wird dem Betreuer im anderen Raum ein drahtloses Alarmsignal übermittelt. Epi-Care 3000; der Sensor wird seitlich bei der Matratze befestigt und per Kabel mit dem Gerät verbunden. Bei einem Anfall wird die Bezugsperson per Funk über den Pager alarmiert.
Sturzmelder und Sturzsensoren:
Erkennen typische Bewegungsmuster eines Sturzes und benachrichtigen automatisch Kontaktpersonen oder die Notrufzentrale.

Der Grossteil der Hilfsmittel steht nicht auf der Hilfsmittelliste und wird nicht von der Krankenkasse oder der IV übernommen. Bestehen medizinische Massnahmen der IV bei Personen unter 20 Jahren, werden gewisse Hilfsmittel darüber übernommen. Bei Personen ohne medizinische Massnahmen und über 20 Jahren ist die Kostenübernahme schwieriger. Allenfalls können Zusatzversicherungen einen Teil der Kosten übernehmen. Bei einer finanziellen Notlage können Stiftungen die Kosten tragen. Interessierte wenden sich an Epi-Suisse für die entsprechenden Kontakte.
Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Hilfsmittelberatung für Behinderte und Betagte (www.sahb.ch) ist eine unabhängige Fachstelle für hindernisfreies und selbstständiges Leben und bietet u.a. persönliche Beratung an.