COVID-192021-01-08T15:46:27+01:00

FAQ Corona-Virus und Epilepsie

Derzeit erhalten wir viele Anfragen rund um das Thema “Corona” von Betroffenen und Eltern epilepsiebetroffener Kinder. Wir haben hier eine Sammlung wichtiger Fragen zusammengestellt. Sie können uns gerne Ihre Fragen mitteilen (hier zur Seite Kontakt).

Für spezifische Probleme ist unsere Sozialberatung nach wie vor für Sie da.

Informationen vom BAG gibt es auch in Leichter Sprache und in Gebärdensprache.

Gehören Epilepsiebetroffene zur Risiogruppe für COVID-19?2020-04-08T13:17:22+02:00

Die medizinischen Fachorganisation, die Schweizerischen Epilepsie-Liga, hat das Risiko für Epilepsiebetroffene geprüft und gibt folgende Meldung heraus: Nach aktuellem Kenntnisstand besteht KEINE erhöhte Gefahr aufgrund von Epilepsie. Das Corona-Virus ist noch ziemlich neu und vieles noch nicht genau erforscht. Aber nach unserem aktuellen Wissensstand gibt es unmittelbar keine erhöhte Gefahr allein durch eine bestehende Epilepsie.

Nach gegenwärtigem Kenntnisstand gefährdet das Corona-Virus derzeit vor allem Menschen mit einer vorbestehenden Lungenerkrankung, einer Schwächung des Abwehrsystems (z.B. durch Krebs oder Aids), Zuckerkrankheit oder schweren Herz- und Nierenerkrankungen. Zudem sind Ältere offensichtlich stärker gefährdet, Jüngere und Kinder weniger. Falls ein/e Epilepsie-Betroffene/r aufgrund einer Corona-Infektion Fieber entwickelt, besteht – wie bei jeder fiebrigen Erkrankung (Grippe, Harnwegsinfekt etc.) – die Gefahr, dass vermehrt Anfälle auftreten (nicht aber, dass die Covid-19-Erkrankung automatisch schwerer verläuft).

Wie kann ich mich und andere schützen?2020-04-08T14:07:17+02:00

Die üblichen Vorsichtsregeln gemäss BAG gelten für alle. Diese sind:

  • Mindestabstand von 2m zu anderen Menschen einhalten
  • Häufiges, gründliches Hände Waschen
  • Kein Händeschütteln
  • Husten und Niesen in die Armbeuge
  • soweit möglich zu Hause bleiben (“Social Distancing”)

Aktuelle Informationen erhalten Sie auf der Seite vom BAG. Informationen in leichter Sprache finden Sie hier.

Bestehen Lieferengpässe für Antiepileptika?2020-04-08T13:25:47+02:00

Weil viele Medikamente in China produziert werden oder Wirkstoffe von dort geliefert werden, sorgen sich viele Betroffene, dass es bei Antiepileptika zu Engpässen kommen könnte. Vor solchen Engpässen warnen wir schon länger und empfehlen deshalb generell, einen persönlichen Vorrat anzulegen. Nach unserem Kenntnisstand besteht bei den meisten Epilepsie-Medikamenten aber keine Gefahr akuter Lieferschwierigkeiten aufgrund der aktuellen Situation.

Über die Gefahr durch Medikamenten-Engpässe informiert die Epilepsie-Liga.

Was für Massnahmen betreffen die IV?2020-04-08T13:50:58+02:00

Der Bund hat mit Blick auf die IV verschiedene Massnahmen beschlossen. Wichtig ist dabei besonders der Fristenstillstand bis 19.4.20 (Stand:8.4.20) sowie die Regelung bezüglich Assistenzbeitrag und Intensivpflegezuschag. Mehr dazu finden Sie auf der Seite von Procap Schweiz. Mehr Details zu den einzelnen Massnahmen des Bundes können Sie auf der Seite des BSV nachlesen.

Muss der Lohn Assistenzpersonen auch bei Verzicht auf Assistenz bezahlt werden?2020-04-08T14:03:37+02:00

Wenn eine Person, die Assistenz bezieht, krank ist oder zum Schutz vor einer Erkrankung an COVID-19 auf die Arbeit der Assistenzpersonen verzichtet, muss sie den Assistenzpersonen den Lohn weiterhin ausrichten. Die IV wird diese Lohnfortzahlungspflicht gemäss Artikel 39h Absatz 2 IVV bis auf Weiteres anerkennen. In diesen Fällen ist kein Arztzeugnis notwendig. Zu prüfen ist, ob ein Teil der Arbeit trotzdem geleistet werden kann, wenn z.B. eine Assistenzperson weiterhin die Administration oder die Einkäufe erledigen kann).

Diese Lohnfortzahlungen werden während der ausserordentlichen Lage von der IV übernommen und dem jährlichen Assistenzbeitrag nicht angerechnet. Diese Regelung soll es Assistenzbezüger/innen ermöglichen, die Anzahl eingesetzter Assistenzpersonen zu reduzieren und dabei das Pensum einzelner Assistenzpersonen zu erhöhen.

Weitere Infos dazu auch auf der SEite von Inclusion Handicap.

Kurzarbeit von Assistenzpersonen2020-04-08T14:04:44+02:00

Assistenzbezüger/Innen haben keinen Anspruch auf eine Kurzarbeitsentschädigung.

Wo kann ich COVID-19 Aushilfsstellen ausschreiben?2020-04-08T14:10:33+02:00

Auf der Seite von Sozialinfo können soziale Institutionen und Personen mit IV-Assistenz zur Überbrückung von aktuellen Engpässen gratis Stellen ausschreiben.

Wie finde ich Unterstützung im Alltag?2020-04-08T14:24:57+02:00

Es gibt mittlerweile verschiedene Angebote, wo Sie Menschen finden, die solidarisch ihre Hilfe anbieten. Über folgende Plattformen finden Sie Unterstützung in ihrer Region:

  • hilf-jetzt.ch, organisiert in Regionalgruppen schweizweit
  • fiveup.org, per App Unterstützung finden
  • suisseresponsable.ch, ebenfalls per App
  • benevol-jobs.ch, Vermittlungsplattform für Freiwilligenarbeit in der Schweiz
  • Swiss Volunteers stellt seine Plattform zur Helferkoordination kostenlos zur Verfügung.
  • Schauen Sie auf der Webseite Ihrer Gemeinde nach oder rufen Sie dort an. Gemeinden führen auch Listen mit Personen, die z.B. einkaufen gehen können.
Was für Angebote für Fernunterricht und die Förderung von Schüler/innen mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen gibt es?2020-04-08T14:48:37+02:00

Auf der Seite der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik HfH finden Sie verschiedene Angebote.

Wie kann ich für meine psychische Gesundheit sorgen?2020-04-15T12:06:06+02:00

Sie können gerne unsere Sozialberatung kontaktieren, wenn Sie Sorgen und Ängste aufgrund der aktuellen Situation haben.

Ein paar allgemeine Informationen finden Sie ebenfalls auf dureschnufe.ch, der Plattform für psychische Gesundheit rund um das neue Coronavirus des des BAG. Die Kommunikations-, Wissens- und Vernetzungsplattform inCLOUsiv wird von Pro Mente Sana angeboten. Weitere Angebote und Impulse im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit bietet ausserdem die Kampagne Wie-geht’s-dir.

Ich betreue eine Person der Risikogruppe. Wie schütze ich mich und sie?2021-01-08T16:39:21+01:00

Das BAG empfiehlt folgendes:

  • Halten Sie sich an die Verhaltens- und Hygieneregeln.
  • Bleiben Sie möglichst zu Hause, wenn Sie mit der betreuten Person im selben Haushalt leben.
  • Wenn Sie nicht mit der betreuten Person zusammenleben: Reduzieren Sie Ihre Kontakte auf ein Minimum, um die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des neuen Coronavirus zu reduzieren.
  • Lassen Sie Ihr Umfeld wissen, welche Unterstützung Sie benötigen und nehmen Sie die Unterstützung an.
  • Oder kontaktieren Sie Organisationen wie die Spitex.
  • Sprechen Sie mit anderen Menschen über Ihr Erleben, Ihre Gedanken und Gefühle – mit Ihrer Familie, Freunden oder Bekannten oder auch mit Fachpersonen.
  • Bereiten Sie den Fall vor, dass Sie selber krank werden: Bestimmen Sie – möglichst gemeinsam mit der von Ihnen betreuten Person – eine Stellvertretung. Schreiben Sie wenn möglich gemeinsam das Wichtige auf, damit alles rasch greifbar ist, wenn Sie krank würden. Pro Aidants hat dazu einen “Plan B” erstellt.

Zudem hat das BAG ein Merkblatt veröffentlich. Darin erfahren Sie, was Sie im Alltag und beim Auftreten von Krankheitssymptomen beachten sollten.

Was für Online-Tools bieten sich für Selbsthilfe-Gruppen an?2020-04-20T16:15:27+02:00

Eine Übersicht über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Online-Plattformen finden Sie in diesem PDF.

Wie finde ich Selbsthilfe-Gruppen?2020-04-20T17:01:38+02:00

Sie können gerne mit uns Kontakt aufnehmen. Wir können Ihnen sowohl Epilepsie-Selbsthilfegruppen als auch über MyEpiCoach einen Austausch mit betroffenen Epi-Coaches vermitteln. Weitere Selbsthilfegruppen können Sie über selbsthilfeschweiz.ch finden.

Welche Interaktionen bestehen zwischen Antiepileptika und Medikamenten gegen COVID-19?2020-07-07T16:51:21+02:00

Die Liverpool Drug Interaction Group in Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Basel und Radboud UMC (Niederlande) werden die Wechselwirkungen von möglichen Wirkstoffen gegen COVID-19 und anderen Medikamenten erforscht. Den jeweils aktuellsten Stand können Sie unter folgendem Link abrufen:

https://www.covid19-druginteractions.org/checker

Die angepasste Tabelle mit Bezug auf Antiepileptika finden Sie hier.

Kann und muss ich als epilepsiebetroffene Person eine Gesichtsmaske tragen?2020-07-28T10:39:46+02:00

Grundsätzlich sollte das Tragen einer Gesichtsmaske im individuellen Fall abgeklärt werden. Ist eine Epilepsie gut eingestellt, können Masken getragen werden. Gibt es gute Gründe, die gegen das Tragen von Masken sprechen, klären Sie es am besten mit Ihrer medizinischen Fachperson ab. Sie können Ihnen auch ein Attest ausstellen, welches Sie von der Maskenpflicht befreit. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite der Epi-Liga.

Kann ich mich als epilepsiebetroffene Person gegen Corona impfen lassen?2021-02-24T15:36:59+01:00

Grundsätzlich spricht nichts gegen eine COVID-19-Impfung bei bestehender Epilepsie. Es ist davon auszugehen, dass die Risiken einer Impfung geringer sind als die einer Erkrankung an COVID-19. Eine Epilepsie alleine führt nicht zu einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf, halten Sie sich deshalb bei den Impfvorgaben an die Ihrer Altersgruppe.
Die Schweizerische Epilepsie Liga empfiehlt ausserdem: “Jede Impfung kann kurzfristige Erkrankungszeichen wie Kopfschmerzen oder Fieber auslösen. Weil Fieber in manchen Fällen epileptische Anfälle auslösen kann, empfehlen wir in diesem Fall, die Körpertemperatur durch Wadenwickel oder fiebersenkende Medikamente zu senken. Wechselwirkungen zwischen Impfstoff und Antikonvulsiva sind äusserst unwahrscheinlich.”

Eine ausführliche Stellungnahme finden Sie zudem in der Information des Epilepsiezentrums Freiburg von Januar 2021. Auf Englisch finden Sie hier das gemeinsame Statement von IBE und ILAE.

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