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Versicherung 2017-08-22T16:20:11+00:00

Versicherung

In der Schweiz sichern verschiedene Sozialversicherungen Menschen bei Krankheit oder Unfall ab. Sie finanzieren je nachdem die Kosten für Arztbesuche und Therapien (sogenannte Heilungskosten) und/oder die Kosten eines Lohnausfalls.

Das Sozialversicherungssystem wird ergänzt durch die öffentliche Sozialhilfe: Auch als Fürsorge bezeichnet bildet sie das letzte Auffangnetz für Menschen in Not.

Die Akteure der sozialen Absicherungen auf einen Blick:

Krankenkasse (KV)

Im Falle einer Krankheit und einer Mutterschaft sichert das Krankenversicherungsgesetz (KVG) finanziell alle Bevölkerungsschichten in der Schweiz ab. Für Kinder sowie Erwachsene, die keiner Unfallversicherung angehören, werden auch die Heilungskosten nach einem Unfall übernommen.

Bei Kindern mit einem Geburtsgebrechen übernimmt hingegen die Invalidenversicherung (IV) die Funktion der Krankenkasse (siehe «Invalidenversicherung»).

Grundsätzlich vergüten Krankenkassen lediglich die Kosten oder Teile davon für Arztbesuche, medizinische Behandlungen und Therapien, wobei jeder Versicherte über den Selbstbehalt und die Franchise einen Teil selbst übernehmen muss.

Im Bereich der Krankenkasse wird zwischen den Leistungen der obligatorischen Grundversicherung (KVG-Leistungen) und Leistungen aus den freiwilligen Zusatzversicherungen (VVG) unterschieden. Im KVG müssen die Kassen alle Personen aufnehmen. Bei den freiwilligen Zusatzversicherungen gilt diese Aufnahmepflicht nicht. Dies gilt es für Menschen mit Epilepsie besonders zu beachten.

Es ist nicht empfehlenswert in einem Versicherungsantrag eine bestehende Epilepsie zu verschweigen, weil die Versicherung den Vertrag dann später jederzeit kündigen kann und Betroffene plötzlich ohne Versicherung dastehen können.
In der Regel schliessen Versicherungen im Bereich der Zusatzversicherungen Krankheiten und gesundheitliche Störungen aus, welche schon vor Vertragsbeginn bestanden haben.

Weiter übernehmen Krankenkassen auch nicht die Kosten für jede Behandlung oder Therapie. Teilweise müssen Betroffene um Kostengutsprachen regelrecht kämpfen. In solchen Fällen lohnt es sich, rechtzeitig Unterstützung und Rat von Sozialversicherungsexperten einzuholen, um sein Recht einfordern zu können.

Unfallversicherung (UV)

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mindestens 8 Stunden pro Woche im Angestelltenverhältnis arbeiten, sind über den Arbeitgeber unfallversichert im Sinne des Unfallversicherungsgesetzes (UVG).

Die Unfallversicherung deckt die Kosten für medizinische Behandlungen und Therapien, ohne dass die Betroffenen einen Selbstbehalt übernehmen müssen. Weiter kommt sie mit Taggeldern (und im Invaliditätsfall auch mit Renten) für einen allfälligen Lohnausfall auf.

Militärversicherung (MV)

Über die Militärversicherung sind alle Männer und Frauen während Einsätzen im Militär (Rekrutenschule, Unteroffiziersschule, Wiederholungskurse) versichert und zwar im Fall von Krankheit und Unfall. Erkrankt oder verunfallt eine Person während der RS oder einem WK, ist für die gesamte folgende Dauer der Krankheit, die Militärversicherung leistungspflichtig. Die Leistungen umfassen Kosten für die Heilung und Therapien sowie für allfällige Lohnausfälle.

Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)

Berufstätige Personen bezahlen jeden Monat durch einen Lohnabzug Beiträge in die Alters- und Hinterlassenenversicherung. Mit dem AHV-Beitrag wird zugleich auch die Prämie für die Invalidenversicherung beglichen.

Mit diesen Beiträgen finanzieren Arbeitnehmer eine spätere Altersrente im Pensionsalter. Die Höhe der Rente wird durch die Beitragsjahre bestimmt. Fehlen Beitragsjahre (häufig wegen Krankheit, Mutterschaft und langjähriger Arbeitslosigkeit) und konnten keine AHV-Beiträge entrichtet werden, fällt die Rente deutlich tiefer aus.

Bestehen Lücken und fehlt zugleich der Nachweis, dass die Beiträge entrichtet wurden, so können keine nachträglichen Zahlungen diese Lücken stopfen.

Invalidenversicherung (IV)

Die schweizerische Invalidenversicherung (IV) ist wie die AHV und die Krankenversicherung eine gesamtschweizerische obligatorische Versicherung. Ihr Ziel ist es, den Versicherten mit Eingliederungsmassnahmen oder Geldleistungen die Existenzgrundlage zu sichern.

Die Leistungen umfassen:

  • Medizinische Massnahmen
  • Berufliche Massnahmen
  • Hilfsmittel
  • Hilflosenentschädigung
  • Intensivpflegezuschlag
  • Assistenzbeiträge
  • Taggelder
  • Renten

Leistungsanspruch für Erwachsene

Für Erwachsene besteht bei der IV ein Rechtsanspruch auf Leistungen, wenn die im Gesetz genau festgelegten Bedingungen erfüllt sind.

IV-Leistungen Erwachsene

Leistungsanspruch für Kinder

Bei Kindern mit einem von der Invalidenversicherung anerkannten Geburtsgebrechen übernimmt die IV die Funktion einer Krankenkasse, bis maximal zum vollendeten 20. Altersjahr. Weitere Informationen über die wichtigsten Leistungen der Sozialversicherung wie Hilfsmittel, Hilflosenentschädigung, Intensivpflegezuschlag, Assistenzbeitrag etc. finden Sie unter diesem Link:

IV-Leistungen Kinder

Probleme mit den IV-Stellen

Immer wieder berichten Betroffene und auch Eltern von epilepsiebetroffenen Kindern vom zermürbenden Kampf mit den IV-Stellen um Kostengutsprachen für Leistungen. Die Invalidenversicherung steht unter enormem Spardruck, was Leistungsbezüger deutlich zu spüren bekommen. Wer Unterstützung im Kontakt mit der IV benötigt, ist gut beraten, frühzeitig einen Sozialversicherungsspezialisten beizuziehen.

Epi-Suisse vermittelt Kontakte zu Experten oder unterstützt Betroffene im Rahmen der Sozialberatung selber.

Beratungsstellen

Ergänzungsleistungen (EL)

Wer trotz Ansprüchen aus der AHV/IV nicht über die Runden kommt, hat Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Ergänzungsleistungen sind Teil der Sozialhilfe und werden von den Gemeinden direkt entrichtet. Ansprüche auf Ergänzungsleistungen sind darum auf dem Sozialamt der Wohngemeinde anzumelden.

Pensionskasse / Berufliche Vorsorge (BV)

Arbeitnehmer im Angestelltenverhältnis entrichten ebenfalls mit ihrem Monatslohn einen obligatorischen Beitrag in die berufliche Vorsorge. Mit diesen Beiträgen wird ein Alterskapital angespart, das man sich ab 65 als Rente beziehen kann.

Die Zahlungen in die Pensionskasse bilden aber zugleich eine wichtige Absicherung im Invaliditätsfall. Für viele Menschen, die im Laufe ihres Berufslebens, arbeitsunfähig geworden sind, sind die Rentenleistungen aus der Pensionskasse der wichtigere Pfeiler als allfällige Rentenleistungen der Invalidenversicherung.