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Freizeitgestaltung 2017-06-21T13:17:13+00:00

Freizeitgestaltung

In vielen Fällen bildet die Epilepsie allein kein Hindernis, seine Freizeit frei und nach den eigenen Wünschen und dem eigenen Geschmack zu gestalten.

Je nach Art und Häufigkeit der Anfälle aber sind Vorsichtsmassnahmen zu treffen. Diese können sehr unterschiedlich aussehen: Für manche Betroffene reicht ein regelmässiger Tagesablauf und klare Tagesstrukturen, um das Anfallrisiko zu mindern. Sie müssen vielleicht nur beachten, dass sie nicht zu spät ins Bett kommen. Für andere hingegen sind gewisse Beschäftigungen gar nicht oder nur in Begleitung empfehlenswert.

Besondere Abwägungen gelten für gewisse Sportarten sowie für Ferienreisen.

Mit wenigen Ausnahmen ist eine regelmässige körperliche Betätigung für alle Menschen und in jedem Alter gesund, unabhängig davon, ob sie eine Epilepsie haben oder nicht. Kinder sollen bei allen Sportarten mitmachen dürfen und nicht ausgeschlossen werden. Wer Sport treibt, fühlt sich besser und leistungsfähiger. Das Erleben der eigenen Geschicklichkeit, Kraft und Ausdauer, wirkt sich positiv auf den Körper sowie auf die Psyche aus und steigert das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Sport in Gruppen ermöglicht zudem wertvolle zwischenmenschliche Kontakte.

Die Wahl der Sportart hängt neben den persönlichen Vorlieben auch von der Art der Epilepsie und der Häufigkeit der Anfälle ab. Für Menschen mit Epilepsie sind solche Sportarten am gefährlichsten, die mit einem Risiko von Kopfverletzungen und Stürzen verbunden sind. Ungeeignete Sportarten wie zum Beispiel Fallschirmspringen, Gebirgsklettern oder Tiefseetauchen, bei welchen ein epileptischer Anfall eine grosse Gefahr mit sich bringt, sind ebenso nicht geeignet.

Wegen der Gefahr des Ertrinkens sind Sportarten in und am Wasser zu meiden, insbesondere im offenen Gewässer (Meer, See, Fluss). Schwimmen und Wassersport ist mit besonders hohen Risiken verbunden, weshalb auch besondere Vorsichtsmassnahmen notwendig sind. Es besteht die Gefahr, bei einem Anfall zu ertrinken! Das heisst nicht, dass Menschen mit einer Epilepsie prinzipiell nicht schwimmen und baden sollen. Schwimmen in Schwimmbecken ohne Begleitung und Überwachung ist jedoch gefährlich, selbst wenn jemand regelmässig Vorboten eines Anfalls hat (sogenannte Aura). Es empfiehlt sich deshalb den Bademeister bzw. die Aufsichtsperson zu kontaktieren und die Begleitperson über Erste-Hilfe-Massnahmen aufzuklären.

Nicht abschliessend hier einige geeignete Sportarten wie Ballsport, Bodenturnen, Golf, Langlauf, Leichtathletik, Radfahren auf Fahrradwegen, Tanzen, Tennis und Wandern. Geeignete Sportarten für Menschen mit einer Epilepsie, in Begleitung, sind Reiten, Rudern, Schwimmen und nur bedingt geeignete Sportarten sind Fussball, Geräteturnen oder Skifahren.

Mit gesundem Menschenverstand und der Berücksichtigung der jeweiligen Epilepsie sind viele Sportarten möglich und bereichern das Freizeitleben der Betroffenen. Zudem kommt es bei einer sportlichen Betätigung zur vertieften Atmung und dies wiederum kann das Anfallsrisiko hemmen. Ein positiver Nebeneffekt also.

Ferien sollen und können auch bei Menschen mit Epilepsie zum Leben gehören. Insbesondere bei Ferienreisen gibt es aber bei Menschen mit Epilepsie einiges mehr zu bedenken und im Vorfeld zu organisieren. Nach vorheriger sorgfältiger Abklärung und Beratung sind Reisen in fast alle Destinationen denkbar. Es ist sinnvoll die Fernreise mit dem behandelnden Arzt vorher zu besprechen und die individuellen notwendigen Vorkehrungen zu treffen.

Die unveränderte regelmässige Einnahme der Medikamente hat dabei oberste Priorität. Bei Reisen ins Ausland ist ein ausreichender Vorrat an Medikamenten mitzunehmen, da am Ferienort nicht immer alle Medikamente erhältlich sind. Zur Vermeidung von Schwierigkeiten am Zoll, sollte man sich im Vorfeld vom Arzt eine Bescheinigung in der jeweiligen Amtssprache aushändigen lassen.

Flugreisen sind für die meisten Menschen mit Epilepsie möglich, wobei die Fluggesellschaften unterschiedliche Anforderungen an die Flugtauglichkeit der Passagiere stellen. Eine entsprechende Bestätigung über die Epilepsie, die Medikation und die erste Hilfe Massnahmen sollte man sich bei Bedarf vom behandelnden Arzt ausstellen lassen.

Zudem muss bei Fernreisen die Zeitverschiebung bei der Organisation der regelmässigen Medikamenteneinnahme beachtet werden. Es ist sinnvoll, mit dem Arzt für die Reisetage ein Einnahmeschema zu erarbeiten, das es ermöglicht, am Zielort die Medikamente zu denselben Tageszeiten wie am Wohnort einzunehmen.

Auf die hygienischen Verhältnisse ist besonderes zu achten, um Magen-Darm-Infektionen mit Durchfall und Erbrechen zu vermeiden, welche die Aufnahme von Medikamente gefährden können.

Zum Impfschutz und zur Malariaprophylaxe

Wer in Länder reist, die einen besonderen Impfschutz oder eine Malariaprophylaxe erfordern, sollte sich frühzeitig mit dem Neurologen/der Neurologin in Verbindung setzen. Was es zum Impfschutz für Menschen mit Epilepsie zu beachten gilt, findet sich unter folgendem Link:

Infos zum Impfschutz