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Beruf 2017-09-01T07:01:35+00:00

Arbeit und Epilepsie

Auch mit einer aktiven Epilepsie sind die meisten der heute üblichen Berufe möglich. Allerdings gibt es Einschränkungen bei gewissen Tätigkeiten, welche die Sicherheit der Epilepsiebetroffenen oder von Arbeitskollegen und/oder Schutzbefohlenen gefährden.

Die Beurteilung, welche Tätigkeiten noch möglich bzw. nicht mehr möglich sind, ist oft nicht so einfach. Es empfiehlt sich, neben dem Arzt auch einen entsprechend versierten Sozialberater oder eine versierte Sozialberaterin hinzuziehen, um individuelle Lösungen zu suchen. Manchmal reichen Arbeitsplatzveränderung oder eine Anpassung der Tätigkeiten innerhalb des Betriebes aus, manchmal sind Umschulungen nötig. Zentral ist auch die Frage, ob man am Arbeitsplatz über seine Krankheit informieren soll.

Auch mit einer aktiven Epilepsie sind die meisten der heute üblichen Berufe möglich. Allerdings sind Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten sowie an gefährlichen Maschinen sowie der Umgang mit gefährlichen Stoffen auszuschliessen. Ferner dürfen keine Kraftfahrzeuge gefahren werden. Schliesslich ist die alleinige Beaufsichtigung und Betreuung von Schutzbedürftigen nicht möglich.

Die Beurteilung, welche Tätigkeiten noch möglich bzw. nicht mehr möglich sind, ist oft nicht so einfach. Es empfiehlt sich, neben dem Arzt auch einen entsprechend versierten Sozialberater oder eine versierte Sozialberaterin hinzuziehen, um individuelle Lösungen zu suchen. Manchmal reichen Arbeitsplatzveränderung oder eine Anpassung der Tätigkeiten innerhalb des Betriebes aus.

Nach dem Neurologen Dr. Günther Krämer fallen grundsätzlich die Einschränkungen an den meisten Arbeitsplätzen weg

  • wenn unter medikamentöser Behandlung zwei Jahre Anfallsfreiheit besteht
  • wenn nach operativer Behandlung ein Jahr Anfallsfreiheit besteht
  • wenn seit mehr als drei Jahren Anfälle nur im Schlaf auftreten
  • wenn ausschliesslich Anfälle mit arbeitsmedizinisch unbedeutenden Symptomen bestehen (kein Sturz, keine Bewusstseinsstörung, keine Störung der Körpermotorik).

Einzig in der Personenbeförderung (Taxi, Tram, Bus, Eisenbahn, Flugzeug) bzw. für Lastwagenchauffeure gelten strengere Regeln. Weiter wirkt sich Schichtarbeit wegen des unregelmässigen Schlaf-Wach-Rhythmus ungünstig aus.

Lässt sich aus Sicherheitsgründen die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben oder ist der bestehende Arbeitgeber nicht bereit, Anpassungen vorzunehmen, so ist es ratsam mit der Invalidenversicherung frühzeitig in Kontakt zu treten, um möglichst bald präventive Massnahmen zu ergreifen. Personen mit ersten Anzeichen einer möglichen Invalidität werden damit rasch erfasst. Ziel ist es, den betroffenen Personen mit Hilfe von geeigneten Massnahmen einen Verbleib im Arbeitsprozess oder eine rasche Wiedereingliederung zu ermöglichen und damit die drohende Invalidität abzuwenden.

Wie bei allen Menschen stehen bei einer Umschulung die persönlichen Interessen und Fähigkeiten im Vordergrund. Die Epilepsie darf dabei jedoch nicht aus den Augen verloren werden. Die betrifft vor allem folgende Fragen: Wie gut ist die Epilepsie eingestellt? Was passiert, wenn Anfälle am Arbeitsplatz auftreten? Berufe, die ein erhöhtes Risiko der Eigen- und Fremdgefährdung mit sich bringen, sind für Epilepsiebetroffene nicht geeignet. Der Einfluss auf die Berufswahl ist somit abhängig von der jeweiligen Epilepsieform sowie der Häufigkeit, dem Zeitpunkt und der Schwere der Anfälle.

Eine gute Zusammenarbeit zwischen der betroffenen Person, der IV-Berufsberatung, einem allfälligen Arbeitgeber, dem behandelnden Arzt und auch den Angehörigen unterstützen einen erfolgreichen Berufswechsel.

Ob man Arbeitgeber und Teamkollegen über eine neue oder eine bestehende Epilepsie informieren soll, ist eine Frage, die viele Betroffene beschäftigt. Angst, die Stelle zu verlieren oder erst gar nicht zu erhalten oder auch von Kollegen plötzlich anders behandelt zu werden, stehen im Vordergrund.

Ist die Epilepsie gut eingestellt und der Betroffene ist anfallsfrei, ist eine Information nicht zwingend und der persönlichen Einschätzung des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin überlassen. Einzig bei Angaben gegenüber der Pensionskasse sowie bei vertrauensärztlichen Abklärungen sollte man ehrlich über die Epilepsie informieren.

Ist eine betroffene Person hingegen nicht anfallsfrei, sollte man je nach Art der Anfälle und des Arbeitsplatzes ihre Vorgesetzten sowie das engste Umfeld ins Vertrauen ziehen. Sie sollten über die wichtigsten Notfallmassnahmen und über die Häufigkeit, die Tageszeit der Anfälle informiert sein. Finden Sie hier mehr Informationen zum Thema «Reden über Epilepsie».